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Lockdown mit Hund: Tipps für Zuhause

Viel Zeit verbringen wir im Moment mit unseren Vierbeinern zuhause. Der Lockdown verschafft uns freie Zeit, gleichzeitig begrenzt die früh einsetzende Dunkelheit unsere Aktivitäten im Freien. Nutzen wir die Zeit, um die Bindung zu unserem Hund zu verbessern und fordern sein Köpfchen etwas heraus. Wir haben für euch ein paar Spiele zusammengestellt, die Ihr mit eurem Hund alleine Zuhause, im Garten oder auf dem Spaziergang unternehmen könnt:
 


Dinge auspacken
Wir verpacken ein Leckerchen, einen Kauknochen oder sein Lieblingsspielzeug in Geschenk- oder Zeitungspapier. Auch ein alter Socken oder ein aussortierter Waschlappen eignet sich als Verpackung. Beobachten wir unseren Hund: Wie versucht er an sein Ziel zu kommen? Wir können dieses Spiel sogar noch steigern. Gesammelte, leere Eierkartons zum Beispiel werden in der Vertiefung mit Trockenfutter, Keksen, kleinen Käsestücken oder Wurststücken befüllt. Danach stapeln wir weitere Eierkartons aufeinander. Zerbeißt der Hund die Kartons? Oder trennt er die einzelnen Lagen voneinander? Geschickte Vierbeiner versuchen mit Maul und Pfote die Eierkartons voneinander zu lösen, ungeduldige Typen beißen beherzt zu und zerreißen die Kartons kurzerhand.

Wie schlau ist unser Hund?
Wir nehmen ein ganz besonderes Leckerchen, legen es auf ein Handtuch und schieben das Tuch so unter den Schrank oder das Bett, dass nur noch ein Zipfel hervor schaut. Versteht der Hund, dass er am Handtuch ziehen muss, um an sein Leckerchen zu gelangen? Zunächst einmal geben wir ihm Zeit, sich mit diesem Problem auseinanderzusetzen. Schafft er es nicht, zeigen wir ihm die Vorgehensweise. Hunde lernen auch durch Nachahmung. Hierbei können wir sogar festlegen, ob er seine Pfote nutzt oder seine Zähne. Wollen wir, dass er seine Pfote benutzt, zeigen wir ihm die Lösung durch Benutzung unserer eigenen Hände. Soll er es mit den Zähnen ziehen, müssen wir es auf die gleiche Weise vorführen. Wer es nicht glaubt darf gerne einmal zur Tat schreiten.
Es gibt auch eine Variante für draußen: Einfach einen Futterdummy oder ein Spielzeug hinter oder unter einem Gebüsch verstecken und abwarten wie der Hund reagiert. Erkennt er, wie er an die Beute kommt?

Futter suchen
Hunde möchten sich ihr Futter gerne erarbeiten. Wir zeigen dem Hund den gefüllten Napf oder ein Futterdummy und gehen in ein anderes Zimmer, der Hund darf uns nicht folgen können. Wir können das Futter jetzt z.B aufs Sofa stellen, in die Dusche oder in einen Schrank. Hier können wir unsere Fantasie ausleben, müssen aber bedenken: Um an sein Futter zu gelangen könnte der Hund an der Schranktür kratzen. Wer das nicht möchte kann dem Hund auch von Anfang an beibringen, seinen Fund "anzuzeigen", z.B. indem er sich davor setzt oder legt und abwartet, bis der Mensch das Futter aus dem Versteck holt und ihm gibt.
Zu Beginn nutzen wir leichte Verstecke und steigern die Schwierigkeit, wenn unser Hund seine Aufgabe verstanden hat. Wenn die Aufgabe am Anfang zu schwer ist könnte der Hund sonst schnell frustriert sein und die Lust verlieren, weil er nicht zum Erfolg kommt.

Beobachten wir unseren Hund aufmerksam beim Suchen werden wir viel über seine Persönlichkeit lernen: Wie reagiert er, wenn er sein Futter entdeckt hat? Wie beharrlich ist er? Entwickelt er eine Strategie? Wann fragt er uns nach Hilfe? Schaut er uns an? Bellt er? Wie zeigt er uns, dass wir ihm helfen sollen?
Bei dieser Aufgabe loben wir den Hund, wenn er uns mit einbezieht. Und natürlich helfen wir ihm. Hier können wir auch ein wenig auf den Hund eingehen. Ist er selbstbewusst, dann verstecken wir das Futter so, dass er nicht ohne unsere Hilfe daran kommt. Ist er unsicher, wählen wir eine leichtere Aufgabe, die er selbst lösen kann. Damit steigern wir sein Selbstwertgefühl.
Zur Steigerung der Schwierigkeit können wir das Futter in ein dunkles Zimmer stellen oder wir nutzen mehrere Futterbehälter, denn durch die unterschiedlichen Geruchsquellen ist diese Übung schwer zu erarbeiten. Fehlt einmal die nötige Zeit, so können wir auch eine Ration Futter im Garten oder Keller verstreuen. Es dauert eine Weile und ist sehr anstrengend bis unser Hund seine Mahlzeit eingesammelt hat. Am Ende sehen wir einen Hund, der satt und zufrieden ist, weil er sich sein Futter selbst erarbeiten durfte - und ganz nebenbei haben wir sein Selbstwertgefühl und unsere Bindung zueinander gestärkt.

Gedächtnistraining
Haben wir einen Hund, der gerne apportiert? Dann ist vielleicht Dummytraining genau das Richtige! Zunächst bringen wir ihm in der Wohnung bei, das Dummy zu uns zu bringen, dafür erhält er eine Belohnung. Wenn er das verstanden hat und uns das Dummy gerne apportiert, können wir draußen starten:
Wir zeigen unserem Hund einen Dummy, werfen ihn bei unserem täglichen Gassigang so, dass er es mitbekommt, aber er darf nicht hinterher. Wir gehen einfach weiter und lassen das Dummy liegen. Nach zehn Minuten drehen wir um. Wie reagiert der Hund jetzt? Erinnert er sich? Was geschieht, wenn wir in die Nähe des Dummys kommen? Sollte sich der Fellträger an das Dummy erinnern und beginnt er von sich aus das Suchen, dann erhöhen wir bei den nächsten Spaziergängen einfach die Anzahl der Dummys oder wir steigern die Zeit bis wir wieder umkehren. Bitte zunächst nur eine der Varianten erhöhen. Wenn Mensch und Hund ihre Leidenschaft für das Dummytraining erst einmal entdeckt haben, kann man im Laufe der Zeit sowohl die Schwierigkeit der Verstecke, die Wartezeit zwischen Auslegen und Suchen und die Anzahl der Dummies steigern. Hilfreich hierbei sind nicht nur unsere durchnummerierten Dummy-Sets, sondern auch das Dummy-Trainingstagebuch.

Stillgestanden
Vier auf den Boden aufgestellte Ziegelsteine müssen vom Hund bestiegen werden. Zunächst einmal lassen wir den Hund mit den Vorderpfoten darauf steigen, indem wir immer wieder mit der Hand auf die Ziegel zeigen und die Steine mit unseren Augen fixieren. Selbst wenn er bereits nur mit einer Pfote auf dem Stein steht loben wir ihn und helfen ihm mit den weiteren Pfoten. Auf keinen Fall sollten wir den Hund bedrängen oder körperlich werden. Hat er irgendwann die Aufgabe verstanden und steht mit allen 4 Pfoten auf den Steinen, sollte er irgendwann 30 Sekunden auf den Steinen stehen bleiben. Für Perfektionisten kann man diese Übung auch mit Bauklötzen steigern. Wichtig ist es den Hund nicht zu überfordern.
Diese Übung kann man auch mit eigens dafür hergestellten Trainingsgeräten trainieren. In der Physiotherapie kennt man diese Übung schon seit einiger Zeit und macht sich diese Therapie gerade bei Rücken- und Muskelproblemen zu Nutzen. Balancebälle finden hier ihren Einsatz, mit denen der Hund lernt sein Gewicht auf dem wackeligen Untergrund zu halten. Durch diese Übung fördert man die Muskulatur und die Wirbelsäule wird durch Muskelaufbau stabilisiert. Diese Übungen sind sehr anstrengend für untrainierte Hunde, wenige Minuten reichen völlig aus. Es wird empfohlen nach jeder Übungseinheit einen Tag Pause zu machen, damit sich die Muskulatur entsprechend auf die neue Aufgabe einstellen kann.

Mit ein wenig Fantasie und ein paar einfachen Dingen kann man seinen Hund je nach seiner Veranlagung fördern und sein Gedächtnis trainieren, wir haben dazu eine ganze Reihe Intelligenz-Spielzeuge im Angebot. Wer noch mehr Ideen für Nasenarbeit sucht und Tipps, wie man die einzelnen Aufgaben mit dem Hund am besten trainiert, dem empfehlen wir auch die DVD Nasenarbeit von Hundetrainer Uwe Friedrich. Der Hund wird ausgelastet und seine Charaktereigenschaften werden gefördert. Außerdem stärken wir auch hier die Beziehung zwischen uns und unserem Vierbeiner. Vor allem aber: Es macht Spaß, gemeinsam Ziele zu erarbeiten!

Lust auf einen spannenden Spaziergang? Auch wenn du alleine mit deinem Hund unterwegs bist kannst Du dafür sorgen, dass ihr zusammen jede Menge Spaß habt. So kommt dein Hund zufrieden und müde nach Hause und Du kannst entspannt zurück ins Home Office oder in Ruhe ein tolles Hundebuch lesen. Hier geht es zum interessanten Leinenspaziergang.
Foto: pexels Samson Katt (1), hundeshop.de

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