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Weiß ein Hund etwas über sich selbst?

Wissenschaftler haben versucht heraus zu finden, was ein Hund über sich selbst weiß. Erkennt er fremde, oder eigene Duftmarken? Ist er sich seines Ranges in einem Rudel bewusst? Was steckt dahinter wenn man behauptet: Kleiner Hund – große Klappe? Und bekommt ein Hund mit, wenn er beobachtet wird?

Hier sind die bisherigen Ergebnisse zusammengefasst.


Erkennt der Hund seinen eigenen Duft?

Ein Versuch des amerikanischen Hundeforschers Bekoff brachte erstaunliche Resultate zutage.

Während eines Spazierganges sammelte er zunächst Urin seines eigenen Hundes. Den Sammelurin verteilte er später in einem Gebiet, in dem er mit seinem eigenen Hund noch nicht unterwegs war. Danach führte er seinen Hund in diesem Bereich aus. Dabei stellte er fest, dass sein Hund sehr wenig Interesse an seiner eigenen Duftnote zeigte, als an fremden Duftmarken. Körperlich zeigte sein Vierbeiner zudem eine hohe Selbstsicherheit und war sichtlich befriedigt, seine eigene Duftmarke bereits hinterlassen zu haben.

 

Sein Rang im Rudel

Untersuchungen belegen, dass sich ranghöhere Hunde beim Beschnuppern von fremden Duftmarken deutlich anders verhalten als rangniedrige Tiere. Hunde, die im Rudel eine ranghohe Position einnehmen lernen deutlich schlechter von anderen Hunden, als rangtiefere Artgenossen. Hunde sind sich ihres Ranges im Rudel offenbar bewusst.

 

Je kleiner der Hund – umso lauter sein Bellen?

Die amerikanische Wissenschaftlerin Tayler spielte Hunden Knurrlaute von Artgenossen vor. Dabei manipulierte sie die Laute so, dass sie entweder von kleinen, mittelgroßen oder großen Hunden stammten. Hierbei geben die tiefen Töne Aufschluss über die Größe des jeweiligen Tieres. Die meisten Hunde reagierten nur auf Laute ihrer eigenen Körpergröße. Lediglich die kleinen Hunde antworteten, aufgrund ihres Wagemuts, auch den größeren Hunden. Spielerisches Knurren wurde von allen Hunden gleichermaßen mit spielerischem Knurren beantwortet. Hunde sind also in der Lage, ihre eigene Körpergröße einzuschätzen, selbst unbekannten Artgenossen gegenüber.

 

Die Aufzucht außerhalb des Hunderudels

Wissenschaftler ließen einen gerade geboren Hundewelpen von Katzen aufziehen. Dabei zeigte der Welpe mehr und mehr katzenähnliche Verhaltensweisen. Die Konfrontation mit einem Hund zu einem späteren Zeitpunkt veranlasste den Welpen, Schutz bei Katzen zu suchen, anstatt sich dem anderen Hund zu stellen. War hingegen bei der Aufzucht ein zweiter Welpe anwesend, so verhielten sich die Tiere „multikulturell“ und zeigten durchaus auch ein Interesse an ihren Artgenossen.

 

Können Hunde lügen?

Fakt ist, Hunde können sehr wohl Tatsachen vortäuschen um damit Artgenossen, oder auch Menschen gezielt hinters Licht zu führen. Dies ist hier im Haus bereits geschehen. Mein eigener Hund möchte am liebsten nur mit mir spazieren gehen. Soll er mit einer anderen Person mitgehen, so täuschte er kürzlich ein Humpeln vor. Damit erreichte er, dass er bei mir bleiben durfte. Als es kurz darauf klingelte, sprang er von seinem Liegeplatz auf und lief ohne Humpeln, voller Erwartung und schwanzwedelnd, zu 100% geheilt zur Türe.

Das setzt eine höhere Intelligenz voraus, schließlich muss er den Standpunkt des zu Täuschenden vorher kennen.

 

Lässt sich ein Hund ertappen?

Dieser Frage ging Frau Kaminski nach. In einem großen Raum waren Halter mit ihren Hunden und deren Lieblingsfutter anwesend. Der Hund bekam ausdrücklich und mit Nachdruck verboten, sein Futter zu fressen. Durch Veränderung der Beleuchtung wurde das Futter angestrahlt, während der Halter für den Hund im Dunkeln saß, oder aber der Halter wurde angestrahlt und das Futter stand im Dunkeln. Die Reaktionen waren unterschiedlich. Wurde das Futter angestrahlt, so zögerte der Hund deutlich länger und beachtete das Verbot. Wurde hingegen der Mensch angestrahlt, schlich sich der Hund leise an seinen Futternapf. Auch Wölfe können einschätzen, ob sie gerade beobachtet werden. Unbeobachtet begeht so mancher still und leise Mundraub.

 

Ungerechte Behandlung?

Versuche mit zwei Hunden zeigten, dass der Hund sehr wohl ungerechte Behandlung erkennen kann. Die Aufgaben waren für beide Hunde gleich, einer wurde mit einem Leckerchen belohnt, der andere ging leer aus. Der Hund ohne Belohnung stellte sehr schnell die Mitarbeit ein und zeigte keinerlei Interesse an einer weiteren Zusammenarbeit. Wurde jedoch ein Hund mit einem besonderen Leckerchen, wie beispielsweise einem Stück Wurst, der Andere jedoch nur mit einem trockenen Stück Brot belohnt, so arbeitete der benachteiligte dennoch weiter. Offensichtlich ist die Aufmerksamkeit des Menschen Belohnung genug, bekommt er dagegen gar nichts, so ist die Kooperation sehr schnell beendet.

 

Viele weitere wissenschaftliche Untersuchungen sind nötig, um noch deutlichere Antworten liefern zu können, ob und in wieweit der Hund bewusst handelt, oder was er konkret über sich selbst weiß.

Klar belegt ist, Hunde sind zweifelsohne hochintelligente Lebewesen und sollten von uns auch als solche behandelt werde. Dennoch steht fest, Hunde handeln nicht gezielt um ihren Mensch zu ärgern. Verfehlte Kommunikation oder Vermenschlichung sind die häufigsten Missverständnisse im Zusammenleben zwischen Mensch und Hund. Die Tiere handeln wohl im eigenen Interesse, aber eher vorhersagbar, planbar und vor allem ehrlich. Wir Menschen tricksen und lügen deutlich häufiger, ab und an müssen wir es auch unseren Hunden zugestehen. Viel wichtiger ist es, Voraussetzungen für den Hund zu schaffen, der ihm ein geregeltes, soziales Umfeld bietet, auch wenn es für uns selbst manchmal ein wenig unangenehm ist.