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Der Leinenspaziergang Teil 2

Der tägliche Spaziergang zählt in der Hundehaltung zum Ritual, doch wie können wir ihn so gestalten, dass er auch unserem Hund Spass macht?
Hat man die Möglichkeit ohne Leine gehen zu können, sind die Bedingungen deutlich einfacher. Doch auch an der Leine kann man den Hund richtig auslasten.
Wie bereits im ersten Teil, haben wir auch im zweiten Teil ein paar Tipps zusammen getragen, um den Spaziergang noch aufregender und interessanter zu gestalten, damit unser Hund optimal ausgelastet wird und viel Spass hat.

Der Leckerchenbaum Auch an der Leine kann man den Hund sinnvoll beschäftigen
Auf unseren Spaziergängen können wir uns die Natur zu nutze machen.
Häufig findet man besonders im Wald den einen oder anderen Baum mit einer groben Rinde. In diese Rinde kann man ein Leckerchen zerbrechen und in die Rinde stecken. Unser Hund muß sich dann recken um an seine Beute zu kommen. Bäume mit einem Loch können prima als Versteck genutzt werden. Besonders interessant wird es, wenn man auf dem Hinweg etwas in dem Loch versteckt, am günstigsten so, dass der Hund es nicht mit bekommen und auf dem Rückweg ganz interessiert an dem Baum stehen bleibt und den Vierbeiner zum Suchen auffordert.
Das Erstaunen kann man buchstäblich vom Gesicht des Hundes ablesen, wenn er in diesem Baum tatsächlich ein Leckerchen findet. Spätestens nach ein paar Tagen wird unser Hund eigenständig auf den Baum zulaufen und schauen, ob er ein neues Leckerchen finden kann.
Das Verstecken geht im übrigen auch sehr gut in einem aufgestapelten Holzhaufen oder in einem dichteren Gebüsch. Dennoch sollte man gerade im Gebüsch auf die Verletzungsgefahr achten, denn Dornen und kleine Äste können schmerzhaft sein.

„Look at me“ Auch an der Leine kann man den Hund sinnvoll beschäftigen
Nicht jeder Halter hat das Glück in der Nähe des Waldes zu wohnen. Doch auch Feldwege eigenen sich hervorragend für sogenannte „Achtsamkeitsübungen“.
Besonders Hunde, die bereits an einen Dummy gewöhnt sind, profitieren von dieser Aufgabe.
Zunächst einmal legt man den Dummy gut sichtbar auf den Feldweg und geht mit seinem Hund daran vorbei. Natürlich möchte unser Hund unbedingt zu seiner Beute, doch wir lenken den Vierbeiner ab und gehen ruhig weiter. Denn bei dieser Aufgabe möchten wir, dass der Hund sich an uns orientiert und wir gemeinsam, ruhigen Schrittes auf das Dummy zu gehen können.
Wir entfernen uns also gemeinsam ein gutes Stück von dem Objekt der Begierde und loben unseren Hund, wenn er ruhig neben uns geht, ohne nach hinten zu ziehen, oder an der Leine zerrt. Das alleine ist schon ein sehr harter Trainingspunkt, denn wir müssen die ganze Aufmerksamkeit auf uns lenken. Wir müssen mit unserem Körper deutlich signalisieren: „Hey, wo ich gehe ist vorne“. Arme, Brust, Schultern und Füße gehen strickt geradeaus, weg von dem Dummy.
Wir belohnen unseren Hund jedes mal, wenn er zu uns aufschaut. Durch unsere positive Stimmung signalisieren wir unserem Vierbeiner: „Komm ich weiß schon was ich tue, folge mir.“
Die Leine ist am Anfang wahrscheinlich gespannt, Ziel ist es, dass wir sie locker in der Hand halten, oder sogar ganz fallen lassen können und der Hund folgt uns.
Schließlich drehen wir uns um und gehen gemeinsam auf das Dummy zu. Auch hier ist Ziel der Übung, ohne Hast und ohne Zug zum Dummy zu gelangen.
Wenn wir zuvor noch mit der Stimme geführt haben, so beschränken wir uns später nur noch auf unseren Körper und arbeiten mit der eigenen Körpersprache.
Wichtig ist es, diese Übung mit einem Signal oder „Markerwort“ wie z.B „Schluss“ oder „Ende“ zu beenden, damit der Hund weiß, wann er sich auch wieder einmal dem verlockenden Duft an der nächsten Hecke widmen darf.
Diese Übung erfordert ein hohes Maß an Konzentration und führt deshalb auch zu geistiger Auslastung. Außerdem lernt der Hund, sich an uns zu orientieren. Das gibt ihm Sicherheit.
Auch wir lernen bei dieser Übung etwas: Die Aufmerksamkeit des Hunde zu erhalten ist ein schwieriges Unterfangen.

Such die „Tube“ Auch an der Leine kann man den Hund sinnvoll beschäftigen
Schnüffelspiele sind einfach ein Klassiker in der Hundehaltung. Das Schnüffeln funktioniert gut an der Leine. Allerdings brauchen wir hierfür etwas Ausrüstung.
Wir bringen unseren Hund ins „Sitz“ und lassen die Leine fallen. Voraussetzung für diese Übung ist das Bleiben in dieser Situation.
Jetzt zeigen wir unserem Hund eine kleine Dose, oder Tube mit dem Leckerchen. Das kann je nach Vorliebe des Hundes eine Dose mit einem besonderen Leckerbissen sein, oder die im Fachhandel zur Verfügung stehende Leckerchentube, befüllt mit beispielsweise Leberwurst.
Während unser Hund uns nun aufmerksam mit seine Augen verfolgt, legen wir die Tube in einiger Entfernung auf den Weg. Jetzt gehen wir auf unseren Hund zu, denn er sollte ja dort bleiben wo wir ihn abgesetzt haben. Bei ihm angelangt, wird er von uns zur Beute geschickt. Doch statt sie zu bringen, mußt er jetzt neben der Beute Absitzen und warten, bis wir wieder bei ihm sind.
Erst wenn er beim Absitzen verweilt bis wir bei ihm sind nehmen wir die Tube und öffnen sie. Endlich bekommt unser Hund ein wenig Leberwurst aus der Tube und darf es genüsslich ablecken.
Der Fellträger lernt so, dass es nicht ausreicht, hin zu laufen, oder etwas zu bringen, sondern er muß Geduld beweisen und bekommt seine Belohnung erst, wenn er brav gewartet hat.
Am Anfang beginnt man mit kürzeren Abständen, doch mit der Zeit kann die Tube auch außerhalb der Sichtweite des Hundes versteckt werden.
Hier gilt dann: Wir gehen zurück unseren wartenden Hund, nehmen die Leine wieder auf und lassen ihn dann an der Leine nach seiner Belohnung suchen, die er aber trotzdem erst dann bekommt wenn er sich ruhig neben der Tube absetzt.
Diese Übung fördert die Denkleistung des Hundes. Besonders dann wenn der Hund über einen längere Zeitraum Schnüffeln muß. Zehn Minuten schnüffeln sind so anstrengend wie eine Stunde Spaziergang.
Durch die gemeinsame Suche wird die Bindung zwischen Hund und Halter gestärkt.
Kontrolliertes Schnüffeln ist sogar für Hunde mit ausgeprägtem Jagdtrieb so interessant, dass der Geruch nach Wild nebensächlich wird.

Wir wünschen ganz viel Spass beim Ausprobieren.
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