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Darf der Hund mit ins Bett?

Mit dieser Frage beschäftigt sich so mancher Hundehalter. Fragt er um Rat, so hört er unterschiedliche Meinungen: Ein Rudelführer hat die erhöhte Position, da darf der Hund nicht hin, sonst gibt es Dominanzprobleme. Ein Hund sollte nicht mit ins Bett, alleine schon aus hygienischen Gründen.
Diese Standartsätze hört man häufig von Nicht-Hunde-Haltern und auch von Haltern die gerade einen Hund bei sich aufgenommen haben.

Fragt man später nach, so sieht man häufig ein Grinsen oder einen verlegenen Augenschlag mit einer darauf folgenden Erklärung: „Ja also am Anfang.... aber dann.... er hat so lieb geschaut und es ist auch irgendwie schön wenn er bei mir ist."

Muss man sich überhaupt rechtfertigen, wenn der Hund mit ins Bett darf?

Argument Sauberkeit:
Nach dem Spaziergang betrachtet man seinen Vierbeiner häufig ganz genau. Im Frühling und Sommer untersucht man ihn auf Zecken. Im Herbst auf Laub und im Winter auf Salz. Dem verantwortungsvollen Halter entgeht der Sauberkeitszustand seine Hundes nicht. Warum also ist der Hund unhygienisch im Bett? Er haart, richtig aber auch wir Menschen verlieren Haare und zusätzlich jede menge Hautschuppen. Er könnte Flöhe haben. Mal ehrlich, niemand wird seinen Vierbeiner mit Flöhen im Bett dulden. Im Gegenteil, der Hundehalter wird sehr hygienisch bei einem Flohbefall. Vom Dampfreiniger bis zum Flohmittel bietet der Hundehaushalt alles, um einen bestehenden Flohbefall zu beseitigen.
Wer seinen Hund entwurmt, beziehungsweise auf Würmer untersuchen lässt, wer ihn nach dem Spaziergang auf mögliche Zecke kontrolliert, wer ihn regelmäßig bürstet und pflegt, der darf natürlich seinen Hund mit ins Bett nehmen, sofern sowohl Mensch wie auch Tier das Verlangen danach haben.
Und man handelt sogar aus der Sicht des Hundes völlig natürlich. Hund und Mensch sind Sozialpartner und es ist normal, dass der Hund gerne bei seinem Sozialpartner liegt. Außerdem ist man so im Rudel am Besten vor Gefahren und Eindringlingen geschützt.

Doch es gibt einige kleine Einschränkungen:

Der Krankheitsfall:
Einige Bakterien oder Viren können sowohl den Menschen wie auch den Hund befallen und sie können auch von Mensch auf Hund oder von Hund auf Mensch übertragen werden.
Dies gilt besonders für Erkältungsbakterien- oder Viren und für Magen-Darm-Erkrankungen. In diesem Falle sollte man ein wenig getrennt von einander schlafen und etwas Abstand halten um den gesunden Sozialpartner nicht anzustecken.

Argument Dominanzproblem:
„Bei Beobachtungen in einem Wolfsrudel liegt der Alpha Wolf immer auf erhöhter Position und überblickt sein Rudel. Der Hund stammt vom Wolf ab, deshalb ist das auch beim Hund so.“ Diese Argumentation entspricht nicht mehr den neusten wissenschaftlichen Erkenntnissen, denn diese Beobachtungen fanden zum größten Teil immer in Gefangenschaft statt, denn frei lebende Wölfe zu beobachten ist deutlich schwieriger. In Gefangenschaft benehmen sich die Tiere jedoch anders.

Beispiel Futterneid:
Man beobachtet häufig Futterneid bei Wölfen in Gefangenschaft. Deshalb hat der Stärkere immer versucht sein Futter auf einer erhöhten Position zu fressen. Daraus resultierte man, wer höher liegt, ist ranghöher. Wissenschaftler haben frei lebende Wölfe in Kanada beobachtet und fanden heraus, auch rangniedrigere Tiere liegen mit ranghöheren Tieren auf einer Stelle. Die Energie eines frei lebenden Wolfsrudels wird vor allem für das Überleben der Gruppe gebraucht, nicht für die Einteilung der Hierachie. Deshalb wird sie auch nicht ständig in Frage gestellt oder gar ausgefochten. Für den Wolf in Freiheit wäre dies ein unnötiger Krafteinsatz, den er in einer Gefahrensituation dringender benötigt. Wird in einem Wolfsrudel ein Welpe geboren, so ist er automatisch rangniedriger. Warum sollte der Welpe das auch in Frage stellen?

Beispiel Krankheit oder Schwäche eines Tieres:
Die These, das ein krankes, geschwächtes oder älteres Tier aus dem Rudel verstoßen wird, ist überholt und widerlegt. Ein wissenschaftlicher Beobachter eines frei lebenden Wolfrudels fand heraus, wie Futter über weite Entfernungen zurück zum Lager geschleppt wurde, um auch den verletzten oder alten Wolf zu versorgen.

Die Cheffrage:
Weder Wölfe noch Hunde möchten ständig die Cheffrage stellen. Denn diese Position ist die schwierigste im Rudel.
Gerade unsere Hunde sind bequeme Opportunisten, die in jeder Situation versuchen, das Beste für sich in Anspruch zu nehmen. Und das ist der gemütlichste Platz in der Wohnung. Und der ist für so manchen Vierbeiner nun mal das Bett von Frauchen oder Herrchen. Es riecht nach uns, es ist weich und warm und man ist seinem Sozialpartner sehr nahe.
Allerdings darf der Hund eins nicht tun: Den Schlafplatz des Halters für sich verteidigen. Kommen wir also ins Bett und unser Hund liegt bereits drin, so hat er Platz zu machen und darf keinesfalls aggressiv werden. Der Mensch stellt die Spielregeln und die sind zu befolgen.
Der Hund knurrt nicht etwa, weil der Mensch ins Bett kommt und er seinen Rang verteidigen möchte. Er hat schlichtweg keine Lust seinen kuscheligen Schlafplatz zu räumen.
Hunde erwartet klare Verhaltensregeln von ihrem Rudelführer also müssen wir sie lediglich konsequent einleiten und vor allem beibehalten.

Fazit
Teilen sich Hund und Halter nachts ein Bett, dann muß man das nicht erklären oder gar entschuldigen. Es ist von beiden Sozialpartnern so gewünscht und man kann diesem Team dann nur noch eine gute Nacht und schöne Träume wünschen.

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