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Der Leinenzieher

Viele Hundehalter kennen das: Man möchte doch nur gemütlich spazierengehen, aber unser Hund hat es ganz besonders eilig und zerrt so sehr an der Leine, dass wir kaum das Gleichgewicht halten können.

Selbst kleine Hunde entwickeln dabei ungeahnte Kräfte, ganz besonders, wenn sie einem Reiz nachgeben und ganz dringend zur nächsten Schnüffelecke, zum nächsten Hund oder hinter der Katze herspringen wollen.

Was nun gar nicht hilft ist immer wieder an der Leine zu rucken und den Hund zurückzuziehen - daran gewöhnt sich dein Hund und schießt gleich wieder nach vorne. Verboten per Tierschutzgesetz ist es, einem Hund zum Zweck der Erziehung Schmerzen zuzuführen - wer solche Tipps gibt ist kein guter Ratgeber für Dich und deinen Hund.

Leinenzieher Foto: Ruffwear

Warum ziehen Hunde an der Leine?

Es gibt viele Gründe, warum es mit dem Laufen an lockerer Leine so gar nicht klappen will: Zunächst einmal sind wir Menschen für unsere Hunde viel zu langsam. Besonders für gesunde, junge Hunde ist der Trab die Normalgeschwindigkeit.

Um mit unserem Spaziertempo mitzuhalten muss sich der Hund ganz gewaltig zwingen, langsam zugehen. Und das ist für einen Hund viel anstrengender als das lockere, gemütliche Joggingtempo, mit dem ein ausdauernder Jäger viele Kilometer bei wenig Energieverbrauch zurücklegen kann.

Ein weiterer häufiger Punkt für das starke Ziehen an der Leine: Wir sind für unseren Hund zu langweilig. Er ist draußen um Spuren zu lesen, Kontakt mit anderen Hunden aufzunehmen (nicht immer freundlich, es kann auch das Bedürfnis sein, Fremde aus dem eigenen Revier zu vertreiben), zu jagen und seinem Bewegungsdrang nachzukommen.

Deshalb gehört es auch zum Leinenführigkeitstraining, dass wir unterwegs für unsere Hunde ein paar interessante gemeinsam Aktivitäten einbauen. Tipps dazu findest Du hier.

Aber natürlich können unsere Hunde lernen, sich unserem Tempo an der Leine anzupassen. Um das zu erreichen hilft nur eins: Fleißig trainieren.

Wie trainiere ich die Leinenführigkeit mit meinem Hund?

Zunächst einmal muss sich der Hundehalter fragen, ob er die Richtung und das Tempo bestimmen möchte oder ob er seinem Hund die Freiheit gewährt zu bestimmen wohin der Weg führt und in welchem Tempo. Beides hat auf dem gemeinsamen Spaziergang seine Berechtigung.

Wichtig ist nur, dass ich meinem Hund zu verstehen gebe, wann er sich nun tatsächlich nach mir richten soll - beispielsweise an einer stark befahrenen Straße, bei Hundebegegnungen oder wenn er seinem Jagdtrieb nachgehen möchte. Und das ist gar nicht so schwer.

Hilfreich ist hierbei, wenn man zusätzlich zum Halsband ein Geschirr benutzt, was ohnehin für einen ziehenden Hund gesünder ist.

Wenn ich nun möchte, dass der Hund in meinem Tempo geht klinke ich die Leine ins Halsband ein und nehme die Leine kurz, damit er gar nicht nach vorne stürmen kann.  Nun gilt es, die Aufmerksamkeit des Hundes zu gewinnen.

Du kannst deinen Hund ansprechen und loben, wenn er schaut, du kannst öfter spontan die Richtung wechseln, so dass dein Hund lernt besser auf Dich zu achten. Wie man das aufmerksame an der Leine gehen übt lässt Du dir am besten von einem Hundetrainer zeigen.

Wenn dein Hund frei bestimmen darf, wohin er läuft, wird er am Geschirr angeleint. Hunde lernen sehr schnell, dass die Leine im Halsband bedeutet, langsam zu gehen und das Geschirr für mehr Bewegungsfreiraum steht.

Geschirre wie das Grossenbacher Vary haben am Rücken 2 Anleinmöglichkeiten, da nimmt man statt des Halsbands den vorderen Ring und für den größeren Freiraum den hinteren Ring.

Spezielle Geschirre mit einem Ring vor der Brust haben sich bewährt, um die Leinenführigkeit nicht zum Tauziehen zwischen Hund und Mensch werden zu lassen.

Wie genau das funktioniert kannst Du hier nachlesen

Geeignete Geschirre für das Leinentraining sind z.B. das Grossenbacher Ausbildungsgeschirr ProGuide, das Dog Copenhagen Comfort Walk Pro V3, Wolters Professional Comfort, Dog Copenhagen Walk Air V3 oder Ruffwear Front Range.

Bei richtiger Anwendung wird der Hund sanft von seinem geradeausziehen abgebracht, indem durch leichten Zug der Schwerpunkt des Hundes verlagert wird: Er muss sich neu ausbalancieren und in diesem Moment ist er für das andere Ende der Leine ansprechbar.

Damit du deinen Leinenzieher fest im Griff hast, brauchst du eine robuste, stabile Leine. Die Relaxoo Fettleder Hundeleine Just hundeshop Edition ist dreifach verstellbar und fest vernäht. Das tiefheiß gefettete Rindsleder ist besonders belastbar und haltbar. Die Leine liegt weich und geschmeidig in der Hand und hat eine Gesamtlänge von 220cm. Die zerreißt dein Rambo bestimmt nicht!

Um den Wechsel zwischen langsamem Gehen und freiem Laufen zu trainieren haben sich Schleppleinen bewährt, 3 bis 5 Meter ist dafür eine gute Länge, wenn Du gut damit zurecht kommst kann die Leine natürlich auch länger sein für mehr Freiraum. Dafür kannst Du deine Biothane-Wunschleine ganz nach Wunsch selbst gestalten.

Wie lange muss ich Leinenführigkeit üben?

Im Hundetraining ist Geduld der Weg zum Erfolg. Übe täglich auf euren Spaziergängen ein paar Mal kurz, das führt am einfachsten zum Erfolg. Trotzdem klappt es nicht von heute auf morgen mit dem Laufen an lockerer Leine. Bleib geduldig und freundlich: Dein Hund gibt sein Bestes!

Es ist sicher auch immer eine gute Idee einen erfahrenen Hundetrainer zu bitten, das richtige Training zur Leinenführigkeit zu begleiten.

Bildnachweis: Ruffwear
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