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Bindungsaufbau über Spiel, Futter und Berührungen

Eine feste Bindung und ein eingespieltes Team Halter/Hund - das wünscht sich jeder Hundebesitzer. Doch dieser Prozess erfordert Geduld, Konsequenz und Beschäftigung. Für eine intakte Beziehung muss der Hund seinem Besitzer vertrauen. Doch wie werden wir zum Teampartner für unseren Hund? Wir haben uns einmal näher mit diesem Thema beschäftigt.

Welpenprägung und Spiel

Mit der Anschaffung eines Welpen übernimmt der Halter die Verantwortung für ein Lebewesen, das jetzt von ihm abhängig ist. Der kleine Hund muss gesund ernährt werden, benötigt seinem Alter und seinen Neigungen entsprechende Bewegung und der Besitzer entscheidet, wie viel der Welpe von der großen, weiten Welt kennen lernt. In dieser Phase bindet sich der Hund an seinen Halter. Je mehr wir uns mit ihm beschäftigen, je mehr wir ihm zeigen und je mehr wir ihm beibringen, umso einfacher wird sich das spätere Zusammenleben gestalten. Welpen möchten ihre Umwelt erkunden und wollen am liebsten jeden Tag neue Abenteuer erleben.

Um ihnen das zu ermöglichen, müssen wir einen gewissen Teil unserer Zeit für sie reservieren. Gemeinsam viel erleben verbessert die Bindung, gemeinsames Toben und Spielen macht nicht nur Spaß, wir fördern damit auch den Aufbau des Vertrauens zwischen uns und unserem Vierbeiner. Im Spiel mit dir lernt dein Welpe auch die wichtige Beißhemmung - sag ihm wann sein Spiel zu wild wird.

Bällchen werfen: Bitte nicht! Wenn du einen Ball wirfst und dein Welpe hinterher rennt hast du ihm die erste Lektion im Jagen beigebracht. Wenn du nicht möchtest, dass er später hinter allem her rennt, was sich von ihm weg bewegt, dann nutze lieber einen Ball mit Schnur und spiele bei dir damit. Natürlich darf der Ball auch ein Stück wegrollen und dein Welpe bringt ihn zu dir zurück, um das gemeinsame Spiel fortzusetzen.

Egal ob mit einem vorsichtigen Zerrspiel, der Entdeckung der Umgebung oder der Beschäftigung mit einem geeigneten Welpenspielzeug, wichtig ist: Wir starten die Handlung und wir beenden sie wieder. Das gemeinsame Spielen ist auch in der späteren Lebensphase eine willkommene Abwechslung und stärkt die Beziehung.

Bindungsaufbau über Futter

Eine weitere Möglichkeit, die Bindung zu seinem Hund zu stärken ist die Handfütterung. Hier lernt der Vierbeiner: Alles Gute - in diesem Fall das Futter - kommt von seinem Menschen. Bei dieser Futtermethode wird die gesamte oder ein Teil der Futterration direkt von Mensch zu Hund verfüttert. Man kann auch gut mit einem Futterdummy arbeiten, aus welchem der Hund nach erfolgreichem Apportieren sein Futter erhält. Mit Hilfe einer Futtertube kann Nassfutter auch bei Spaziergängen mitgeführt werden. Der Hund bekommt für bestimmte Ausführungen dann eine kleine Belohnung aus der Tube.

So lassen sich leicht Sitz-Platz-Bleib Übungen erarbeiten. Mit Hilfe eines Belohnungsbeutels kann Trockenfutter ebenfalls bequem beim Spaziergang verfüttert werden. Diese Option ermöglicht auch Suchspiele in der Umgebung. Etwas Trockenfutter auf den Weg geworfen oder in einem Laubhaufen versteckt, wird den Hund begeistern und ihm zum Suchen veranlassen. Das selbe gilt für den Futterbeutel. Hunde lieben es, sich ihr Futter selbst zu erarbeiten, mit dem Menschen zusammen macht es nicht nur doppelt Spaß, sondern fördert auch die Bindung.

Bindungsaufbau über Berührungen

Hunde- und Wolfsrudelmitglieder die sich mögen liegen gerne eng zusammen oder schmiegen sich aneinander. Das sogenannte „Kontaktliegen“ ist eine wichtige Form, um die Beziehung zueinander aufzubauen und zu stärken. Die meisten Hunden mögen diesen Kontakt zum Menschen.

Hundehalter, deren Hunde auf der Couch oder im Bett liegen, kennen dieses Verhalten. Doch auch wenn der Hund nicht den Ruheplatz des Halters teilen soll, ist dieser Bindungsaufbau möglich. In diesem Fall legen wir uns einfach zu unserem Vierbeiner auf den Boden und kuscheln mit ihm. Dabei können wir ihn streicheln oder ihn leicht massieren. Auch die Fellpflege gehört in diesen Bereich, deshalb sollten wir uns dafür Zeit nehmen.

Wir können durch Berührung das Körpergefühl des Hundes verbessern und Einfluss auf das Nervensystem nehmen, beispielsweise um den Hund zu beruhigen. Außerdem schaffen wir so eine vertrauensvolle und stressfreie Verbindung zum Tier und stärken das Zusammengehörigkeitsgefühl.

Fazit
Bei allen Dingen, die wir gemeinsam mit unserem Hund unternehmen oder erleben, sei es Zuhause, auf dem Hundeplatz, beim Spaziergang oder bei anderen Aktivitäten, stärken wir die Beziehung zueinander. Wenn wir uns mit dem Hund beschäftigen, lernt er uns zu vertrauen. So wachsen Mensch und Hund zu einem tollen Team zusammen.

Fotos: Pexels/Helmuth Julissa; unsplash/Jamie Street, Kacper Chrzanowski
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