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Wie lernfähig ist ein Welpe?

Welpen sind neugierig und möchten alles genau wissen. Diese Eigenschaft ist sehr nützlich, denn sie prägt den Hund für sein späteres Leben. Während viele Eindrücke täglich zu verarbeiten sind, lernt der Welpe sein Zuhause, seine Umgebung und sein Umfeld Schritt für Schritt kennen.

Deshalb haben Züchter und Halter auch eine große Verantwortung. Denn das, was wir dem Hund zeigen, beeinflusst sein restliches Leben. Es ist also wichtig für uns, die Lernfähigkeit des Welpen richtig zu fördern und ihm zu zeigen, was wir von ihm möchten.

spielende Welpen
Welpen lernen viel voneinander. Gemeinsame Spielstunden sind wichtig

Wie entwickelt sich die Lernfähigkeit des Welpen?

Bei der Geburt des Welpen ist das Gehirn zunächst unterentwickelt und verfügt nur über einen geringen Anteil der späteren Leistungsfähigkeit. Bereits voll entwickelt ist allerdings der Geruchssinn, der den Welpen zur Milch spendenden Zitze der Mutter führt. Während sich die Hirnleistung in den nächsten 3 Wochen weiterentwickelt, werden nach und nach alle anderen Sinne aktiviert und schließlich macht der Welpe erste Gehversuche.

In der Prägephase, etwa zwischen der 4. und 8. Lebenswoche, werden im Hundehirn Erfahrungen als angenehm oder unangenehm abgespeichert - und das fürs ganze Hundeleben. Das heißt, dass der Welpe, wenn er zu seinen neuen Besitzern kommt, bereits geprägt ist. Hier liegt eine große Verantwortung beim Züchter, denn sowohl der Einfluss der Mutterhündin als auch Erlebnisse in den ersten Lebenswochen sind für das spätere Verhalten des Hundes ausschlaggebend und nicht mehr zu ändern (daher Prägephase genannt).

Shiba Inu Hündin mit Welpen<br>
In der so wichtigen Prägephase ist der Welpe noch bei seiner Mutter

Die ersten Wesenstendenzen sind etwa ab der sechsten Woche erkennbar, in dieser Zeit hilft der Züchter den zukünftigen Besitzern, den für sie passenden Welpen auszuwählen. Nach Abschluss der Grundentwicklung aller Sinne beginnt etwa in der 4. Woche auch die Sozialisierungsphase, die etwa bis zur 16. Woche geht. Alles, was der Hund jetzt kennenlernt, wird ihm sein Leben lang vertraut sein.

Der Welpe lernt mit anderen Hunden zu kommunizieren - er lernt die Hundesprache. Sich in eine neue Familie einzuleben fällt dem kleinen Hund in dieser Zeit besonders leicht. Versäumnisse in der Sozialisierungsphase können später oft mit viel Übung nachgeholt werden und sind daher nicht so gravierend wie positive und negative Erlebnisse der Prägephase.

Ein Großteil des Verhaltens und der Lernfähigkeit des Hundes ist in den Genen angelegt, manche Hunde lernen schneller als andere, manche können besser kombinieren oder sich Dinge schneller merken. Darauf hat man keinen Einfluss, diese Dinge lassen sich weder trainieren noch verändern. Der Spaß am Entdecken und Dinge auszuprobieren jedoch kann beim Hund gefördert werden und das von Anfang an.

Im 3. bis 4. Monat ist die große Entwicklungsphase des Gehirns abgeschlossen und die Weichen für das spätere Verhalten des Hundes sind gestellt. Während ein Kind ca. 7-10 Jahre für diese Entwicklung benötigt, wird die Basis beim Welpen binnen dieser 3 bis 4 Monate sozusagen im Zeitraffer gelegt.

Wie kann der Halter das Hundebaby fördern?

Hundewelpen betrachten ihre Welt als Abenteuer. Sie möchten alles erkunden und entdecken. Wird einem Welpen dies in den ersten Wochen und Monaten verwehrt fällt es ihm später oft schwer, sich an neue Dinge zu gewöhnen.

Doch auch wenn es nicht so erscheint, um die Eindrücke richtig verarbeiten zu können brauchen sie Zeit und viel Ruhe. Deshalb sollte der Halter seinen Welpen langsam aber stetig an neue Erfahrungen heran führen. Gerade für frisch gebackene Hundeeltern ist dies häufig schwierig, deshalb haben wir die wichtigsten Tipps eigens in einer Rubrik für Hunde-Neulinge zusammengefasst.

Zunächst einmal hilft es, den Hund einfach ins tägliche Leben mit einzubeziehen. Der Hund lernt so den Alltag seiner neuen Familie und das Umfeld kennen und es stellt sich für ihn ein verlässlicher, täglicher Ablauf ein. Gerade Vierbeiner brauchen diese Routine.

Auch der gemeinsame Besuch einer Hundeschule fördert das Lernen. Beide Partner profitieren von diesen Besuchen: Halter tauschen ihre Erlebnisse aus und erfahren Wissenswertes rund um den kleinen Hund, die Welpen machen erste Erfahrungen mit anderen Hunden, fremden Menschen und neuer Umgebung.

Wichtig ist hier zu erwähnen, dass diese Besuche durchweg positiv zu gestalten sind. In einer guten Welpenstunde werden die Bedürfnisse der einzelnen Welpen beachtet. Mobbing durch andere Artgenossen wird unterbunden und der Hundetrainer bzw. die Hundetrainerin zeigt dem Halter, wann und wie er bei zu wildem Spiel einschreiten muss, damit der Hund lernt, ihm zu vertrauen.

schlafender Welpe
Oberstes Gebot: Welpen brauchen viel Ruhe

Zeit und Geduld für den Welpen

Ruhephasen sind für den kleinen Hund ganz wichtig, sonst besteht die Gefahr einer Reizüberflutung. Deshalb müssen wir darauf achten unseren Vierbeiner nicht zu überfordern, auch wenn er uns überhaupt nicht müde erscheint.

Kurze Spaziergänge und kleine, dafür aber häufigere Spieleinheiten mit einem Welpenspielzeug sind für den Anfang sinnvoller. Damit der Hund lernt, dass wir darüber entscheiden wann wir gemeinsam spielen, brechen wir das Spielen auch ab.

Es wäre falsch zu warten bis der Hund müde ist und das Spielen von selbst beendet. Wie menschliche Kinder wissen auch Welpen nicht, wann es Zeit zum Schlafen ist. Hundebabys können und müssen jeden Tag etwas Neues erleben dürfen, aber alles in kleiner Dosierung.

Durch Reizüberflutung können später Probleme entstehen. Gönnen wir dem Welpen Zeit seine Umwelt langsam zu erforschen und führen wir ihn behutsam in unsere Welt. So entwickelt sich Vertrauen und Liebe, das Band für ein gemeinsames und glückliches Zusammenleben.

Wann beginne ich mit dem Hundesport-Training?

Möchtest du mit deinem Hund aktiv Hundesport im Verein betreiben kannst Du schon kurz nachdem dein Welpe bei dir eingezogen ist beginnen. Erfahrene, ausgebildete Trainer in den Vereinen werden dich anleiten, deinen Welpen spielerisch an die ein oder andere Übung heranzuführen.

Möchtest du zuerst in einer Hundeschule statt in einem Verein anfangen solltest du dem Hundetrainer sagen, welchen Hundesport du anstrebst, denn viele Übungen und Kommandos aus dem Hundeschulalltag könnten den späteren Sporteinstieg erschweren. Hier solltest du nach einer Hundeschule suchen, deren Trainer bereits Hundesporterfahrung haben und darauf achten können.

Ehrgeiz ist im ersten Lebensjahr deines Hundes aber fehl am Platz: Natürlich macht der Welpe begeistert alles mit, umso mehr ist es deine Aufgabe dafür zu sorgen, dass das Hundekind nicht überfordert wird.

Basisübungen wie Steh, Sitz, Platz, das Laufen durch einen Tunnel und das Holen und Bringen von Apportiergegenständen gehören zu den ersten Dingen, die dein Hundebaby ganz nebenbei in sehr kurzen Einheiten auf den späteren Sport vorbereiten. Perfektes Bei-Fuß-Gehen hingegen muss ein Welpe noch nicht können, da ist es wichtiger, dass er für den Alltag erst einmal lernt, an lockerer Leine neben dir zu laufen.

Malinois Welpe
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Fotos: Pexels/Josh Hild, Pixabay, hundeshop.de
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