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Magen – Darmprobleme – Vorbeugung und Behandlung

Blähungen, Übelkeit, Erbrechen oder Durchfall sind ein häufiges Krankheitssymptom bei Hunden. Wirklich ernsthafte Probleme stecken meistens nicht dahinter, vielmehr sind wir Halter manchmal selbst schuld, weil wir doch für unseren Vierbeiner nur das Beste möchten.

Ein Spruch aus dem Englischen hat sich häufig bewährt:
Never touch a working System – verändere nichts an einem laufenden System.

Dies gilt besonders für die tägliche Routine mit dem Hundenapf, daher haben wir ein paar wichtige „Napfprobleme“ zusammen gestellt.

Futter aus dem Kühlschrank
Gekühltes Hundefutter hält sich länger, aber kaltes Futter reizt den empfindlichen Hundemagen. Das Futter sollte vor Verabreichen entweder ein wenig angewärmt werden oder einfach frühzeitig vor der Fütterung aus dem Kühlschrank genommen werden.

Abwechslung im Hundefutter
Täglich das Selbe im Hundenapf wird auf Dauer langweilig und einseitig für unsere Hunde? Nein, denn der Verdauungstrakt des Hundes reagiert häufig mit Problemen bei Futterwechsel. Generell sollte man gewöhntes Futter nur dann wechseln, wenn wirkliche Gründe dafür sprechen. Ernährungsexperten empfehlen bei einer Futterumstellung mindestens 5 Tage dafür einzuplanen. Jeden Tag sollte dem gewohnten Futter etwas von dem neuen Futter dazu gemischt werden. Ein ständiger Wechsel zwischen Trocken- und Nassfutter oder auch Selbstgekochtem ist nicht empfehlenswert.

Fütterungszeiten
Man sagt zwar, in der Natur läuft dem Wolf auch nicht pünktlich um 18 Uhr ein Kaninchen vor die Nase, dennoch sollten Fresszeiten und Futtermengen beim Hund nicht stark variieren. Der Magen des Hundes gewöhnt sich an feste Zeiten und reagiert mit Durchfall oder Erbrechen, wenn sich die Fütterungszeiten ständig ändern. Ein noch größeres Risiko birgt das Verfüttern großer Mengen, beispielsweise nur ein mal am Tag, denn große Futtermengen auf einmal können eine Magendrehung fördern. 2-3 kleinere Portionen pro Tag haben sich bewährt.

Der Futternapf
Mangelnde Hygiene im Futternapf fördert Milben, Schimmel- und Bakterienbefall und kann dem Vierbeiner auf den Magen schlagen. Regelmäßig mit einem milden Spülmittel und heißem Wasser gereinigt, kann man hier vorbeugen. Einmal pro Woche kann auch einfach kochendes Wasser in den Napf gegeben werden. Das Wasser kann im Napf erkalten und dann einfach ausgekippt werden. Bakterien werden so auf jeden Fall beseitigt.

Im Rudel füttern
Gemeinsames Fressen kann für manche Hunde sehr stressig werden. Zu viel Nähe führt nicht selten zu Futterneid, denn je schneller der Vierbeiner sein eigenes Fresse schlingt, umso schneller könnte er noch etwas aus dem Napf des Hundekollegen klauen. Schlingen ist ungesund und Angst vor dem Futterklau ist für beide Hunde nicht gesund. Brechreiz könnte die Folge sein.

Kauvergnügen
Um die Wartezeit zu verkürzen reichen viele Halter beim Abschied einen Kauartikel. Häufig in Form eines Schweineohres. Doch getrocknete Schweineohren sind sehr fettig und besitzen einen hohen Bindegewebsanteil, der vom Hund sehr schlecht verwertet werden kann. Durchfall ist vorprogrammiert. Geeignet sind fettreduzierte Kauartikel.

Essen vom Tisch
Salze, Gewürze und Fettiges sind leider nichts für einen empfindlichen Hundemagen. Natürlich gab es früher sehr viel vom Tisch. Doch dann war es der Hund auch gewohnt. In der heutigen Zeit gibt es sehr viele verschiedene Hundefuttermittelhersteller, die Futter in guter Qualität zu seinem soliden Preis anbieten. Speiseresten sollten deshalb vom Ernährungsplan des Hundes gestrichen werden, damit umgeht man Durchfällen oder gar einer chronischen Gastritis.

Darf es etwas mehr sein?
Vielleicht ist Zeitweise der Energiebedarf eines Hundes etwas erhöht. Sei es weil er besondere Aufgaben erfülllen muß, oder das Training war besonders lang und intensiv. Das verleitet dazu, die Portion eventuell ein wenig zu vergrößern. Doch Hunde vertragen nur einen bestimmten Anteil an Kohlenhydraten. Erhöht man die Futtermengen, so erhöht sich auch der Kohlenhydratanteil. Das führt häufig zu Durchfall. Deshalb sollten gerade Leistungshunde, säugende Muttertiere oder Welpen ein Spezialfutter bekommen, denn damit kann der Vierbeiner optimierter versorgt werden.

Durchfall einfach ignorieren?
Nicht jeder Durchfall sollte direkt zur Panik führen, dennoch sollte er nicht dauerhaft ignoriert werden. Durchfall kann ganz harmlos sein, führt aber immer zu einem Fehlen an Nährstoffen und verschlechtert über einen längeren Zeitraum das Allgemeinbefinden des Hundes. Neben der Austrocknung kann es auch zu massiven Darmentzündungen kommen. Auch Allergien und Futtermittelunverträglichkeiten häufen sich bei unseren Vierbeinern.

Wann sollte man zum Tierarzt?
Blutiger Kot, oder blutiges Erbrechen erfordern immer eine Abklärung durch den Tierarzt. Auch Fieber ist immer ein Warnzeichen, genauso wie eine Verschlechterung des Allgemeinbefindens des Tieres. Bestimmte Organerkrankungen oder Infektionen führen zu Erbrechen und Durchfall und müssen ärztlich behandelt werden.

Erste Hilfe bei Durchfall und Erbrechen
Bei akutem Erbrechen oder Durchfall empfiehlt sich eine Nulldiät. Das bedeutet für 1 bis 2 Tage sollte der Hund mit nichts gefüttert werden. Wasser muß dem Hund jedoch 24 Stunden täglich in Raumtemperatur zur Verfügung stehen.

Mit Hilfe von Schonkost sollte der Hund allmählich wieder auf seine normale Ration eingestellt werden. Empfehlenswert sind hierfür hochverdauliche diätische Futtermittel. Gerne auch selbst gekochte, fettarme und leicht verdauliche Rationen. Geflügelfleisch eignet sich besonders, jedoch nur gekocht, oder gebraten.

Ein kleines Rezept:
Ein drittel Hüttenkäse oder Quark, ein Drittel Puten- oder Hühnerfleisch, ein Drittel Kartoffeln (eventuell auch Reis, doch Vorsicht, Reis entwässert!)

Nach Besserung der Symptome sollte wieder auf das gewohnte Futter umgestellt werden, denn dauerhafte Fütterung von Schonkost führt zu einer Unterversorgung von wichtigen Mineralien und Vitaminen. Auch eine Probiotische Versorgung mit, eigens für den Hund hergestellten Produkten, hilft der Hundedarmflora, schneller wieder ins Gleichgewicht zu geraten. Verschiedene Tabletten, Gel, Paste oder Pulverform sind beim Tierarzt erhältlich.