bg
Wir verwenden Cookies für ein optimales Einkaufserlebnis. Mit der Nutzung unserer Website akzeptierst du den Einsatz von Cookies entsprechend unserer Datenschutzbestimmungen.
OK Ohne Cookies fortfahren
Kategorien

Apportieren will gelernt sein

Mit wahrer Begeisterung rennt der eigenen Hund hinter einem geworfenen Spielzeug, Dummy oder Ball hinterher. Doch leider vergisst er, es auch zu uns zurück zu bringen.
Übrigens handeln viele von uns dann gleich, wir gehen zum Objekt, heben es auf, werfen es wieder und rufen ein „Bring“ hinter unserem davonlaufenden Hund her. Häufig passiert dann schlichtweg nichts.
Doch damit unser Hund wirklich Spass an der Sache bekommt und uns das Spielzeug auch zurück bringt, müssen wir ihm die „Beute“ erst einmal schmackhaft machen.
Wie der Hund Spass beim Apportieren entwickelt und womit wir sein Interesse wecken damit haben wir uns einmal näher beschäftigt.

Das Dummy lebt! Durch Aufmerksamkeit zum sicheren Apport
Richtig, wir erwecken unseren Wurfgegenstand zum Leben. Das begehrte Objekt könnte versuchen zu „fliehen“ und selbst wenn der Hund schon zugepackt hat, könnte es noch „entkommen“. Das bedeutet unseren eigenen Körpereinsatz. Wir reagieren mit der Stimme und mit unserem Körper auf jede Bewegung unseres Hundes. Je intensiver wir auf den Hund reagieren, umso höher sein Spassfaktor. Trägt er schließlich seine Beute mit Stolz und leuchtenden Augen davon, waren wir erfolgreich. Wenn wir später auch noch das Dummy durch Beutetausch (der Hund legt die Beute ab und bekommt dafür ein Leckerlie) erhalten, ist unser Ziel erreicht.

Förderung von Spiel- und Beutetrieb Durch Aufmerksamkeit zum sicheren Apport
Man kann idealerweise bereits im Welpenalter mit dem Training beginnen. Grundsätzlich lässt sich aber das Apportieren in jedem Alter erlernen.
Gut geeignet ist ein Ball, Kong oder ein Dummy in der passenden Größe, abgestimmt auf unseren Hund. An diesem Objekt befestigen wir für den Anfang eine Schnur. Nachdem wir unserem Hund das Spielobjekt gegeben haben, tun wir so, als wollten wir ihm die Beute streitig machen. Unsere Chance nutzen wir besonders dann, wenn er die Beute fallen lässt. Nimmt er sie wieder auf können wir das als unseren Erfolg verbuchen. Nimmt er sie nicht auf, können wir jetzt mit der Schnur arbeiten. Hat der Hund die Beute also fallen gelassen, ziehen wir das Objekt von ihm weg und machen dabei ein paar Geräusche. Das wird das Interesse unseres Vierbeiners wecken. Wir ziehen weiter am Objekt und lassen es unerwartet verschwinden. (hinter unserem Rücken, unter dem Bein, in der Hosentaschen, je nach Wunsch). Neugierig wie unser Hund ist, wird er versuchen die Beute zu entdecken. Je phantasievoller wir jetzt mit der Beute spielen, umso interessierter wird unser Hund, außerdem fördern wir so Spiellust und Neugierde.
Haben wir es geschafft und unser Hund findet sein Spielobjekt unwiderstehlich, wartet er regelrecht auf einen Beutestreit mit uns, dann können wir mit dem Apportieren beginnen.

Damit der Vierbeiner den Spass nicht verliert, nehmen wir ihm die Beute nicht wirklich weg. Wir ziehen immer mal wieder an der Beute, greifen auch danach, lassen ihm aber das Vergnügen und loben ihn, weil er die Beute sicher trägt. Diese Übung benötigen wir, damit er später freiwillig das Objekt fallen lässt, wenn wir die Beute gegen eine Leckerchen tauschen möchten. Wir müssen vermeiden, hinter dem Hund her zu laufen, denn sonst würde er mit der Beute fliehen. Statt dessen laufen wir neben ihm her und fordern ihn öfter mit einem kleinen Beutestreit heraus. Der Hund soll seine Beute jedoch bewusst und ganz ruhig im Fang tragen. Bei Anzeichen von Ermüdung beenden wir das Spiel.

Das große Finale Durch Aufmerksamkeit zum sicheren Apport
Trägt unser Hund die Beute sicher im Fang und lässt er sich auf ein Beutetauschgeschäft mit uns und unserem Leckerchen ein, können wir die Übung weiter aufbauen.
Voraussetzung für nachfolgende Übungen ist das „Sitz“ und „Bleib“.
Zuvor hat der Hund spielerisch gelernt, seine Beute zu tragen und sie mit uns zu tauschen. Jetzt muss er lernen, dass er sie nicht sofort wieder aufnehmen darf, nachdem er sie abgelegt hat, sondern ruhig wartet und schaut, was wir von ihm möchten. Mal muß er neben der Beute absitzen und ruhig warten, bis wir ihm erlauben, sein Objekt wieder aufzunehmen. Mal nehmen wir die Beute und bringen sie von ihm weg, während er im „Bleib“ verharren muß und schicken ihn schließlich mit einem Kommando zur Beute. Weiter ausbauen können wir die Übung, wenn wir die Beute von ihm weg bringen, uns selbst von der Beute entfernen und zunächst zu unserem Hund zurück kehren, während er brav wartet. Erst dann darf er sie holen und bekommt seine Belohnung, wenn er sie wieder zu uns bringt.
Diese Übung festigen wir durch ständige Lauf- und Beutestreitspiele. Sobald er die Lust verliert und vielleicht anfängt auf dem Gegenstand zu kauen, machen wir ihn wieder interessant, indem wir versuchen die Beute zu klauen.

Wir können jetzt auch langsam beginnen, das Objekt zu verstecken. Der Hund muss ruhig sitzen bleiben, wir verstecken die Beute und gehen zurück zu unserem Hund. Erst jetzt schicken wir ihn los und lassen ihn suchen. Wichtig ist, immer die gleichen Kommandos fürs Apportieren zu nutzen. Welches Wort (Hol, Bring, Such, Apport) wir dazu nutzen bleibt uns überlassen. Hat der Hund wenig Interesse am Suchen, können wir auch einen Helfer in die Nähe des Gegenstandes schicken. Dieser Helfer wird vom Hund als Konkurrent betrachtet und erweckt sein Interesse daran, sein Dummy vor ihm zu finden.
Unterstützung, in Form von freudigem Anfeuern, hilft dem Hund, den Spass am Apportieren zu behalten. Und sobald der Gegenstand gefunden wurde, loben wir ihn überschwänglich und belohnen ihn, wenn er ihn uns gebracht hat.

Bei der Dummyarbeit, dem Apportieren, oder grundsätzlich bei der Beschäftigung mit unserem Hund achten wir darauf, dass wir den Hund nicht überfordern und selbst ruhig bleiben, auch wenn unser Vierbeiner nicht sofort versteht was wir von ihm möchten. Spass und Spiel stärken das Vertrauen und die Bindung und manchmal braucht man eben etwas länger, bis man alles verstanden hat. Das gilt für Tiere genauso, wie für Menschen.
Produktempfehlungen