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Faszination Hundesprache – Warum wedelt ein Hund eigentlich mit den Schwanz?

„Ein Hund der mit den Schwanz wedelt ist freundlich und es besteht keine Gefahr.“

Dieses Argument hört man immer wieder, häufig von Laien, doch auch Experten vertreten immer noch diese Meinung.
Doch diese Schlussfolgerung ist genauso falsch wie die Annahme, dass eine Katze, deren Schwanz sich hin und her bewegt wütend ist.
Richtig ist jedoch, das Schwanzwelden, sowohl beim Hund wie auch bei der Katze, ist zunächst einmal eine neutrale emotionale Geste.
Doch was geht im Kopf wirklich vor, wenn unser Vierbeiner mit dem Schwanz wedelt?

Konflikte und Emotionen
Das Schwanzwedeln besteht häufig dann, wenn sich unser Hund in einer Konfliktsituation befindet. Er ist sozusagen zwischen zwei Bedürfnissen hin und her gerissen. Doch wir als Betrachter müssen immer den Zusammenhang mit anderen, gleichzeitig erkennbaren Gesten oder gar Lautäußerungen des Hundes, in unsere Beurteilung einfließen lassen.

Das Schwanzwedeln ist Ausdruck von Emotionen.Ein Welpe wedelt nicht von Anfang an mit dem Schwanz. In der Regel beginnt diese emotionale Geste erst nach dem ersten Lebensmonat. Auch hier gibt es natürlich die eine oder andere Ausnahme. Mit ca. anderthalb Monaten ist die Fähigkeit des Wedelns voll ausgeprägt und der Hund setzt diese Möglichkeit dann wirklich gezielt ein.
Zunächst einmal tritt das Schwanzwelden häufig im Zusammenhang mit dem Säugen bei der Mutter auf. Wer Hundewelpen beim Saugen beobachtet wird eines Tages, wenn sich alle Welpen an den Zitzen der Hundemutter versammelt haben feststellen, dass sich plötzlich die Ruten heftig bewegen.
Nun könnte man behaupten, die Welpen sind froh und es ist ein Ausdruck von Zufriedenheit. Doch warum wedelt der Welpe nicht bereits in den ersten Lebenstagen mit dem Schwanz? Die Fähigkeit dazu hätte er und die Muttermilch ist für ihn dann genauso wichtig wie zum späteren Zeitpunkt.
Ist hier die Antwort im Bereich der Konfliktbewältigung zu finden? In den ersten Lebenstagen kuscheln sich die Welpen noch dicht zusammen, sie brauchen die Berührung, die Wärme und Nähe. Es gibt noch keine Rivalitäten unter den Kleinen.

Doch mit sechs oder sieben Wochen, wenn das Schwanzwedeln zum Zeichen des Ausdrucks bewusst eingesetzt werden kann, haben sich die Welpen soweit entwickelt, dass sie auch spielerisch kleine Rang- und Machtkämpfe ausprobieren. Beim Saugen oder Schlafen sind sie jedoch mehr oder weniger dazu gezwungen, den Körperkontakt zu dem gerade in spielerischen Rangkämpfen geschlagenen Geschwisternteil, zu ertragen. Man kann also behaupten, der Hund befindet sich in einer Konfliktsituation. Auf der einen Seite will er schlafen oder fressen, auf der anderen Seite möchte er den Wurfgeschwistern nicht mehr zu nahe kommen. Dieser Konflikt führt zum Schwanzwedeln.

Gleiches ist zu beobachten, wenn der Hundewelpe vom erwachsenen Hund Futter erbettelt. Hier besteht der Konflikt darin, auf der einen Seite Angst zu haben und auf der anderen Seite dem Fressenden gegenüber mit Schwanzwedeln eine gegenseitige Distanz zu zeigen.

Im erwachsenen Alter wird Schwanzwedeln häufig als Bereitschaft zur Kontaktaufnahme zwischen zwei Hunden signalisiert. Das Schwanzwedeln ist Ausdruck von Emotionen.Doch auch hier liegt der Konflikt in dem emotionalen Widerstreit zwischen Freude und Spannung. Gleiches gilt bei sexuellen Annäherungsversuchen.
Ein weiterer Punkt ist die Haltung der Rute. Unterwürfige Tiere tragen die Rute meist gebogen und leicht hängend. Aggressivere Tiere agieren mit steif aufgerichteter Rute. Man kann also behaupten:
Je demütiger, oder unterwürfiger ein Hund ist, umso tiefer senkt er die Rute. Je selbstbewusster, umso höher aufgerichtet wird der Schwanz gewedelt.


Warum gilt das Schwanzwedeln immer noch als freundlich?
Wenn wir all diese Faktoren nun berücksichtigen, wieso hält sich das Argument: Ein schwanzwedelnder Hund ist freundlich?

Die Antwort liegt bei uns. Wir sind in der Begrüßung mit unserem Hund viel vertrauter, als in der Begrüßungszeremonie zwischen Artgenossen untereinander.
Das Hunderudel bleibt häufig konstant zusammen. Wir Menschen verlassen aber in der Regel nahezu täglich die Wohnung. Wir sehen also häufig, wie der Hund reagiert, wenn wir wieder nach Hause kommen. Er kommt auf uns zu und wedelt mit dem Schwanz. Doch die Begrüßungszeremonie zwischen Halter und Hund ist für den Vierbeiner durchaus eine emotionale Situation, in der Freude mit einer gewissen Spannung gekoppelt ist. Auf der einen Seite Begeisterung, dass wir wieder da sind, auf der anderen Seite Anspannung, schließlich kommen wir mit einigen Gerüchen nach Hause, die es zu definieren und zu analysieren gilt. Das löst beim Hund Schwanzwedeln aus.

Doch das Schwanzwedeln hat noch eine sehr große Bedeutung. Bemühen wir uns einmal, die Welt des Hundes aus seiner Perspektive zu sehen. Hunde besitzen einen Eigengeruch, der von Drüsen ausströmt. Diese Drüsen befinden sich hauptsächlich im Analbereich des Hundes.Das Schwanzwedeln ist Ausdruck von Emotionen. Durch das rhythmische Bewegen des Schwanzes werden diese Drüsen angeregt. Bei stark aufgerichteten Ruten, wie sie der selbstbewusste Hund trägt, erhöht sich die Produktion des Drüsensekret. Wir sind nicht empfindlich genug, diesen Geruch wahr zu nehmen. Anders aber die Artgenossen unseres Hundes. Der Vierbeiner erhält allerlei Information über die Duftnote seines Gegenübers und das ist für ihn von großer Wichtigkeit.
Schwanzwedeln ist also für den Caniden von großer Bedeutung und wichtig für seine sozialen Kontakte.
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